Namaste

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Nachdem ich nun fast zwei Wochen in Indien verbracht habe komme ich endlich dazu mich meinem ersten richtigen Beitrag auf diesem Blog zu widmen.

Nach einem Recht angenehmen Flug bin ich gegen halb Zehn (indischer Zeit) am Flughafen in Delhi angekommen. Das Klima war im ersten Moment ein Schock. Obwohl es bis wir den Flughafen verlassen konnten eigentlich schon „Nacht“ war, herrschten noch über 30°C. Dazu eine Luftfeuchtigkeit, wie man sie aus dem Tropenhaus kennt. Vom Flughafen wurde ich dann, zusammen mit zwei anderen Freiwilligen, die wie ich ihren Dienst bei „Prayas“ ableisten., in einem Auto der Gandhi Peace Foundation abgeholt. Der Verkehr war gleich der nächste Schock. Fahrbahnmarkierungen scheinen nur Dekoration zu sein und auf einer (eigentlich) zweispurigen Straße fahren mindestens drei Autos + Motorräder nebeneinander. Außerdem ersetzt die Hupe die oft fehlenden oder eingeklappten Seitenspiegeln, was bedeutet, dass man alle paar Sekunden ein Hupen hört.
Diese Schocks haben wir aber mittlerweile gut überstanden und sind schon einigermaßen an das Klima sowie an den Verkehr gewöhnt. Es wirkte bloß im ersten Moment alles sehr Extrem.

Die ersten drei Nächte verbrachten wir im Hostel der oben erwähnten GPF. Ich teilte mir das Zimmer mit Timo, der einen Tag später zu uns gestoßen ist und ebenfalls bei Prayas seinen Freiwilligendienst leistet.

Seit dem 1.September wohnen wir vier nun im Hauptquartier unserer Organisation Prayas. Genauer gesagt leben wir in den beiden Gästezimmern. Ich teile wieder mit Timo ein nettes Zimmer mit Bad und das andere Zimmer wird geteilt von unseren Mitfreiwilligen Christine du Milena.
Hier werden wir die ersten zwei Monate verbringen, Danach werden wir höchstwahrscheinlich in eine WG mit weiteren Freiwilligen ziehen.

Die erste Arbeitswoche haben wir damit verbracht zum Einen den Prozess der „registration“ bei den indischen Behörden hinter uns zu bringen und zum Anderen um Prayas besser kennen zu lernen. Prayas ist eine große, in Indien aktive NGO (Nichtregierungsorganisation) mit dem Ziel benachteiligte Kinder zu unterstützen und ihnen so eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Meine Arbeit liegt im Bereich Bildung. Prayas bietet sozial benachteiligten Kindern so genannte „Alternative Education“. Diese Arte der Erziehung ist wesentlich individueller auf die einzelnen Kinder ausgerichtet als der staatliche Schulunterricht, an dem die meisten der Kinder noch nie teilgenommen haben. AE soll helfen den Kindern die Möglichkeit zu geben Bildung zu erfahren, die sie sonst nicht bekommen hätten. Sie werden vorbereitet in staatliche Lehranstalten zu gehen oder erhalten auf ihr späteres Berufsleben ausgerichtetes Training.

Ich arbeite jetzt in einem kleinen Alternative Education Center in einem so genannten Slum. Dieses Center besteht aus einem Raum, in dem bis zu 30 Kinder unterrichtet werden. Die Kinder sind im Alter von 6 bis 14 und darum auf verschiedenen Leistungsniveaus. Der Unterricht läuft so ab, dass relativ wenig Frontalunterricht an der Tafel gemacht wird und dafür sehr viel auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler eingegangen wird und entsprechende Aufgaben verteilt werden. Während also in der einen Ecke des Raumes ein Kind gerade die Buchstaben A, B und C lernt können andere Kinder schon englische Texte vorlesen.

Meine Aufgabe ist es nun den einzelnen Schülern Aufgaben zu verteilen, die ihrem Leistungsniveau entsprechen und ihnen zu helfen, wenn Sie Probleme mit den Aufgaben haben.

Dies ist also meine Aufgabe am Vormittag. Mittags gehe ich wieder zurück zum Hauptquartier, wo wir alle ein Mittagessen bekommen. Anschließend nutzen wir die Zeit um Unterricht vorzubereiten und uns weiter über verschiedene Projekte und Arbeitsbereiche von Prayas zu informieren.

Am Abend besuchen wir seit dieser Woche zusammen mit zwei anderen Freiwilligen einen Hindikurs. Die Lehrerin ist sehr nett und sie kümmert sich liebevoll um uns.

Sonntag ist unser freier Tag. Wir nutzen bisher die Zeit uns die vielen Sehenswürdigkeiten dieser riesigen Stadt anzuschauen.

Bilder gibts auf: http://www.flickr.com/photos/42475161@N03/

11 Kommentare

  1. Mischl sagte,

    11. September 2009 um 11:09

    Waaahnsinn :) 30 Grad bei Nacht?? Wie ist es dann tagsüber???

    Mehr Fotos sind gewünscht :P .

    Alles Gute weiterhin!!!

  2. Miriam sagte,

    11. September 2009 um 13:59

    Hi Daniel,
    Es war interessant deinen Bericht zu lesen und freue mich schon auf weitere.
    Hab noch viel Spaß.
    Miriam

  3. Tillmann sagte,

    11. September 2009 um 14:13

    Hey Daniel,
    hört sich interessant an! Bekommst du eigentlich in der Stadt etwas mit vom schlechten Zustand des Wassers? Habe gerade beruflich viel mit Indien zu tun und habe gelesen, dass das Wasser eines der schlechtesten ist unter den Schwellenländern… auch der Wasserverlust soll bei ca.80% liegen wegen veralteten Leitungen etc.

    Gruß

  4. keta sagte,

    11. September 2009 um 16:37

    hola ich freue mich das zu lesen :=))

    viel viel Glück, mucha suerte. und hasta la vista

    Maria

  5. Jonas K alles klar! sagte,

    11. September 2009 um 18:28

    Hey Daniel!!! WHOOO
    Hört sich ja nicht schlecht an!
    Gute Sache was de da machst RESPECT =o)

    Gruß Jonas

  6. mgroos sagte,

    12. September 2009 um 20:03

    Hey Daniel,
    das hört sich ja super an! Scheinst es ja gut angetroffen zu haben! 30° in der Nacht ist natürlich übel ;-)
    Viel Glück und Erfolg weiterhin

    Hab dich mal bei mir verlinkt

    Gruß, Michael

    http://www.michigoesnepal.wordpress.com

  7. Gabi sagte,

    13. September 2009 um 17:33

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht sind ne Menge Infos die Du für uns darin verpackt hast. Super Danke.
    Hört sich aber alles sehr sachlich an, kann mir gar nicht vorstellen das Du dich als Nordeuropäer wirklich so schnell an diese doch dramatisch veränderten Verhältnisse, in jeder Beziehung, anpassen kannst.
    Finde aber gut das Ihr in einer kleinen Gruppe zusammen seid, ich denke auch dadurch lässt sich wohl diese immense Fülle an Eindrücken überhaupt erst verarbeiten.
    Freu mich schon auf weitere Berichte von dir.
    Liebe Grüße auch von Moritz
    Pass auf Dich auf.

  8. Kai-B. sagte,

    13. September 2009 um 19:17

    Daniel
    der Beitrag ist sehr sehr toll und sehr ausführlich. Ich hoffe es gefällt dir dort. Viel Spaß weiterhin.

    Liebe Grüße nicht nur von mir sondern auch vom Henrik

    Bis bald !!!!

  9. laurainnepal sagte,

    13. September 2009 um 21:10

    Na, da haben wir ja endlich den ersten Post! Hab ja schon sehnsüchtig drauf gewartet!

    Deine ersten Eindrücke erinnern mich verdammt an meine Gedanken als ich vor Jahren das erste mal in New Delhi war^^

    Ich wünsch dir noch ganz viel Spaß beim weiteren Stadt angucken und arbeiten^^
    Ich freu mich auf weitere Posts und grüß die Christina von mir. Und die Milena grüß mir ganz doll!!!

  10. AxelJones sagte,

    14. September 2009 um 12:04

    Hey Daniel,
    schöne historische Gebäude habt ihr da, sieh mal zu dass du dir auch das Taj Mahal ansiehst…

    btw: stell mal bitte ein foto von einer kuh rein, sind die da wirklich heiliger? (^_^;)

    …jedenfalls viel spass noch.

  11. Andrea Fröhlich sagte,

    14. September 2009 um 19:17

    Hey Daniel,
    das ist echt toll was Du da machst. Deine Lebenszeit für so eine sinnvolle Aufgabe zu geben, Kinder in benachteiligten Ländern Deine Unterstützung und Hilfe zu geben ist wirklich sehr bemerkenswert.
    Ich habe mit großem Interesse Deinen ersten Beitrag gelesen. Vielen Dank für Deinen sehr informativen Bericht. Ich freue mich, wieder von Dir zu hören und wünsche Dir noch eine gute Zeit!
    Andrea


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